, Morosi Giorgio

St. Gallen ohne Glück im Finale

In der Schweizer Einzelmeisterschaften im Einbanden-Billard der NLB wurde Mitte November das Finale der Schweizer Einzelmeisterschaften gespielt. Unter den sechs Besten aus den Qualifikationsrunden war auch der St. Galler Giorgio Morosi. Mit einer soliden Leistung in den Ausscheidungsturnieren hatte sich Morosi für das Finale in St. Gallen qualifiziert. Morosi hatten sich mit guten Partien in den Final gespielt und war als Nr. 3 im Finalturnier unter den Topgesetzten.

Neben dem besten Spieler aus der Qualifikation Giorgios Antonopoulos (Schweizermeister 2023, BC Zürich) standen mit Johannes Boode (Schweizermeister 2024, BC Zürich), Mauro Quarta (BC Yverdon), Victor Cardoso (BC Yverdon) und Stephane Thivel (SBCG Genève) starke Spieler neben dem Einheimischen Morosi im Finalfeld im Billardclub St. Gallen.  Mit den gezeigten Leitungen aus den Qualifikationsturnieren war der Zürcher Antonopoulos (GD 3,41) klar favorisiert, drei weitere Spieler Quarta (GD 2,70), Morosi (GD 2,70) und Boode (2,68) gleich stark einzustufen und Cardoso und Thivel starteten mit Aussenseiterchancen ins Turnier. Die Ausgangslage für ein spannendes Finale war gegeben, alle hatten reelle Medaillenchancen und der Turnierverlauf wurde seiner Reputation gerecht.  

Erwartungsgemäss entwickelten sich an diesem Finalnachmittag zahlreiche enge Partien und die Turnierführung wechselte von Runde zu Runde.

Morosi spielte konzentriert und mit viel Engagement, hatte aber das Wettkampfglück an diesem Finalnachmittag nicht auf seiner Seite. Am Ende landete Morosi mit nur einem Sieg (50:28) und zwei sehr knappen Niederlagen (31:32, 48:50) auf dem enttäuschenden 6. und somit letzten Finalrang. Hätte er die beiden hauchdünn verloren gegangenen Partien für sich entschieden, wäre es die Silbermedaille geworden. Aber der Konjunktiv ist einfach zu wenig für den Gewinn einer Meisterschaftsmedaille.

Der Kampf um den Schweizermeistertitel hätte nicht spannender sein können: Der Zürcher Boode und Quarta vom BC Yverdon trafen im letzten Spiel des Finalturnier aufeinander. Boode hatte bis dahin alle seine Spiele gewonnen, Quarta nur gegen den topgesetzten Antonopoulos verloren. Mit einem Sieg hätte Quarta punktemässig gleichziehen können und durch den Gewinn der Direktbegegnung Boode auf der Ziellinie noch den Titel wegschnappen können. Die Partie wurde zu einem regelrechten Hitchcock-Finale. Boode ging rasch in Führung, Quarta behielt aber die Nerven und liess sich nie entscheidend distanzieren. Kurz vor Schluss stand es 47:45 für Boode und Quarta erhielt eine gute Stellung. Er machte drei Punkte und ging mit 47:48 in Führung. Boode verpasst in der Folge weitere Punkte und Quarta feierte mit einem winzigen Punkt Vorsprung nicht nur den Sieg in dieser hochspannenden und dramatischen Partie, sondern gleichzeitig auch den Gewinn des Schweizermeistertitels.

gmo/08.12.2025